Ausbildung Hund:

Die gesamte Ausbildung des Hundes beruht auf Motivation, und wird nur mit Spiel und Spaß durchgeführt, da zwischen dem Hund und seinem Führer ein beidseitiges, tiefes Vertrauensverhältnis bestehen muss, das durch Zwang nicht herzustellen ist.
Der Hund lernt, selbständig und mit Freude eine Person zu finden. Dabei ist es dem Hund egal, ob es sich tatsächlich um die gesuchte Person handelt, denn er zeigt seinem Hundeführer jede Person (z. B. auch Spaziergänger) an, die sich in seinem Suchgebiet befindet. Durch ständiges Training mit dem Hund lernt der Hundeführer, die Körpersprache des Hundes richtig zu deuten. So ist es dem Hundeführer möglich, die Signale des Hundes in Ausnahmefällen (z. B. beim Fund einer toten Person) richtig zu verstehen. Der Hund lernt beim Training, immer neue, ungewöhnliche Situationen erfolgreich zu meistern.

Je nach Alter, Veranlagung und Vorbildung des Hundes kann es zwei bis drei Jahre dauern, bis das Team die erste Prüfung ablegen kann, und damit die Einsatzfähigkeit bestätigt. Diese Prüfung muss jährlich wiederholt werden.

Die Ausbildung eines Hundes zum Rettungshund lässt sich in Abschnitte unterteilen, die zum Teil auf einander aufbauen, in einigen Bereichen aber auch parallel erarbeitet und vertieft werden.

Das folgende Schema zeigt einen möglichen Verlauf der Ausbildung. Für Erläuterungen zu den einzelnen Abschnitten klicken Sie bitte auf das entsprechende Symbol.

  


Grundgehorsam: Der Grundgehorsam ist Voraussetzung für eine spätere Rettungshundeprüfung. Es werden nur Hunde zur Prüfung zugelassen, die eine bestandene, vom BRH anerkannte Gehorsamsprüfung vorweisen können. Zur Zeit werden zwei Prüfungen anerkannt: Zum Einen die Begleithundeprüfung des VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen), die auf fast allen Hundeplätzen des VDH abgelegt werden kann, zum Anderen die Prüfung PG (Praktischer Gehorsam). Dies ist eine interne Prüfung des BRH. Diese Prüfung dient ausschließlich den Rettungshunden des BRH als Einstiegsprüfung, und wird von einem BRH-Leistungsrichter abgenommen. Hier wird der Gehorsam in Einsatzähnlichen Situationen (z. B. während einer Fahrt im Einsatzfahrzeug oder unter starker Ablenkung) geprüft.

Anzeigeübung:  Die Ausbildung zum Rettungshund beginnen wir mit dieser Übung. Hierbei sieht der Hund, wie sich eine Person (Helfer) entfernt. Diese darf er dann verfolgen und verbellen (anzeigen). Hierfür wird der Hund mit Spielzeug oder Leckerlies ausgiebig gelobt bzw. bestätigt. Der Hund lernt so, dass es sich lohnt, eine Person zu finden und dass es erlaubt ist, diese anzubellen.
Die Anzeigeübungen werden bei jedem Training durchgeführt, also auch mit Hunden, die schon lange einsatzfähig sind. Bei dieser Übung kommt der Hund schnell und ohne lange Suche zum Erfolg, was ihn immer wieder motiviert.

Detachieren: Das Detachieren ist das punktgenaue Schicken des Hundes aus der Entfernung. Dies bedeutet, dass der Hund lernt, den Handzeichen und den verbalen Richtungsbefehlen des Hundeführers auch aus einiger Entfernung zu folgen.

Gerätearbeit: Bei der Rettungshundearbeit, und vor allem bei der Trümmersuche, ist es wichtig, dass der Hund sich sicher über ungewohnte Untergründe bewegen und Hindernisse überwinden kann. Hierzu lernen die Hunde, über schmale Balken, Leitern oder Wippen und durch dunkle Tunnel oder Ähnliches zu laufen.

Revieren: Beim Revieren entfernt sich der Hund etwa 50 bis 100 Meter abwechselnd rechts und links vom Hundeführer. Auf diese Weise wird das Suchgebiet sehr gründlich vom Hund abgesucht, während der Hundeführer nur einmal auf einer geraden Linie durch das Suchgebiet läuft.

Flächensuche: Der angehende Rettungshund hat nun bereits durch die Anzeigeübungen gelernt, dass er Menschen finden und verbellen soll. Der Hundeführer ist durch die Revier- und Detachierübungen dazu in der Lage, seinen Hund auch auf Distanz zu lenken. Nun werden auf einer kleinen Fläche die Helfer versteckt, so dass das Team (Hund und Hundeführer) die bisher gelernten Elemente verknüpfen muss. Der Hund soll selbständig und freudig die Personen suchen, aber sich dennoch von seinem Führer lenken lassen. Langsam wird das Suchgebiet vergrößert, um die Kondition aufzubauen. Die Anzahl der Helfer wird variiert, um den Hund nicht an eine bestimmte Helferanzahl zu gewöhnen.

Trümmersuche: Der Hund hat durch die Gerätearbeit gelernt, sich ruhig und vorsichtig auf ungewohnten Untergründen und Hindernissen zu bewegen. Durch die Anzeigeübungen auf Trümmerkegeln wird beim Hund nun die Selbstsicherheit weiter gefestigt, auch rutschende Steine und Geröll dürfen den Hund nicht verunsichern. In der Trümmerarbeit ist es besonders wichtig, dass der Hundeführer seinen Hund genau lenken kann, da man ihm so helfen kann, Gefahrengebiete zu umlaufen. Der Hund lernt nun, dass die Helfer, die er anzeigen soll, für ihn nicht immer erreichbar sein müssen. Sie liegen oft hinter einer geschlossenen Tür, unter Schutt begraben oder in einer Höhe, die er nicht erreichen kann. Aufgabe des Hundes ist es nun, der aufgenommenen Witterung so lange zu folgen, bis sie am intensivsten ist, und dort anzuzeigen. Zeigt der Hund in der Trümmerarbeit eine gute Leistung, fängt man damit an, ihn an die unterschiedlichsten Störungen (Rauch, Maschinenlärm u. Ä.) zu gewöhnen, damit er lernt, sich durch nichts von der Arbeit ablenken zu lassen.

Vorprüfung: Hier werden die Nasenarbeit, die Lenkbarkeit und die Gewandtheit des Hundes geprüft. Der Hundeführer muss einen Sachkundenachweis erbringen. Diese Prüfung wird von den verantwortlichen Ausbildern der Staffel abgenommen.

Prüfung "Fläche A": Hauptprüfung, Nachweis der Einsatzbereitschaft. Der Hund muss in einem vorgegebenen Suchgebiet in vorgegebener Zeit zwei versteckte Personen finden und anzeigen, der Hundeführer muss  einen Sachkundenachweis erbringen. Diese Prüfung muss jährlich wiederholt werden.

Prüfung "Trümmer A": Nachweis der Einsatzbereitschaft für die Trümmersuche, gleiche Bedingungen wie für die Flächenprüfung.

Prüfung "Fläche B": Weiterführende Prüfung in der Flächensuche mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad.

Prüfung "Trümmer B": Weiterführende Prüfung in der Trümmersuche mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad.
 
[zurück] 
 
Mitglied im
         
© 2008 BRH Rettungshundestaffel Hamburg und Harburg e. V.